Von Millenials bis Gen Alpha – Vorbilder begleiten uns schon immer. Wir schauen uns das Ganze einmal genauer an. 🕵🏽♀️
🔮 Vorbilder inspirieren, prägen, motivieren und steigern das Selbstvertrauen. Sie dienen als abstraktes Ziel, zur beruflichen Orientierung und Ausgestaltung der eigenen Zukunft.
✍🏼 Wir eifern Vorbildern besonders in Fähigkeiten, Werten oder Haltungen nach. Mentor:innen oder (Kindheits-)Held:innen werden nicht automatisch, sondern erst dann zu Vorbildern, erklären wir sie dazu.
🧬 Spannend: Nachahmung spielt für die humane Entwicklung und unser soziales Wertesystem, v.a. bei der Abbildung von unterrepräsentierten Gruppen, eine wichtige Rolle.
👩🏼💼 Role Models matter – gerade bei Leadership-Themen, z.B. mit Blick auf den geringen Frauenanteil in Vorständen. Repräsentation entscheidet! Unser Lieblingsbeispiel: Angela Merkel für Frauen in der Spitzenpolitik.
📺 Figuren aus TV, Serien und Comics stellen für Kinder zwischen 3–6 Jahren die wichtigsten Vorbilder da. Mit zunehmendem Alter variieren diese vermehrt (Sport, Musik, Social Media) und die Anzahl der Kinder mit Vorbildern nimmt ab. Bis zum 17. Lebensjahr bleibt der mediale Schwerpunkt dennoch zentral (AGF).
👵🏻 Als Erwachsene gehen wir zumeist weg von einem hin zu verschiedenen Makro- und Mikro-Vorbildern für diverse Lebensbereiche, Skills und Einstellungen. Mal näher dran, weiter weg, abstrakter oder konkreter.
📈 Menschen bewundern bei Role Models aus der Politik und Gesellschaft Intelligenz, mentale Kraft, Motivation und Fleiß, aus dem Sport physische Stärke und Talent, aus dem Entertainment Authentizität und Erfolg, aus der Familie und dem Bekanntenkreis Unabhängigkeit und Souveränität (Sinus-Jugendstudie).
😟 Entsprechen Vorbilder nicht dauerhaft unseren Erwartungen, führt das meist zu Enttäuschung. Umgekehrt verspüren Menschen mit Vorbildfunktion durch ihre Rolle oft Druck sowie Angst vor Fehlern.
🧠 Kritiker:innen bemängeln die Daseinsberechtigung von allgemeingültigen Vorbildern. Diese würden die Individualität und unterschiedlichen Wertvorstellungen innerhalb der Gesellschaft nicht richtig abbilden.
Vorbildfunktion Social Media: Fluch oder Segen?
Neue Medien schaffen neue Vorbilder – beliebt: Influencer:innen und Content Creator:innen. Status Quo, Chancen und Gefahren, wir verraten’s dir! 🤝🏼
🗣️ Eine Studie belegt: Creator:innen tauchen bei Jugendlichen ebenso häufig wie „klassische“ Stars als Vorbilder auf. Ergibt Sinn: 70% der 16-24-Jährigen begegnen Influencer:innen täglich auf Social.
🫂 Creator:innen teilen Alltag und Probleme – eine Prominenz, die Nahbarkeit suggeriert. Die enge Community-Bindung erleichtert uns die Identifikation, „Berühmt werden“ wirkt zum Greifen nah.
❌ Besonders gefährlich für (jüngere) Menschen, die die „perfekte“ Social Bubble als Realität verstehen. Insb. (Fehl)verhalten von vermeintlichen Vorbildern wie z.B. Rassismus oder Diskriminierung kann sich negativ auf Handlungen und Wertvorstellungen auswirken.
🌱 Spannend: Sinnfluencing – Creator:innen mit Vorbildfunktion in Nischen-Content. Vorsicht vor blurry Grenzen zwischen Fakten und Meinungen. Expert:innen fordern mehr schulische Medienbildung.
👆🏼 Reminder: Vorbilder tun solange gut, wie die Ziele umsetzbar bleiben, unrealistische Ideale führen zu Frustration. Perspektivwechsel – auch du kannst jemandes Vorbild werden. Wie möchtest du wirken?
🎧 Short Podcast-Empfehlung: Deutschlandfunk Kultur zu Vor- und Nachteilen von veränderten Vorbildern der jüngeren Generationen sowie dem Einfluss von Social Media.
Quellen: DerStandard, Deutschlandfunk Nova, DW, Edition F, Focus, KOM, Welt, Wirtschaftswoche (12.03.24)