„Wenn einer im Homeoffice arbeiten kann, ist er unwichtig“, sagt Wolfgang Grupp, Inhaber & Geschäftsführer von Trigema. Mehr Urlaub, flexiblere Arbeitszeiten, oben darauf weniger To-Do’s – machen die Boomer-Liste der Vorwürfe an Gen Z und Alpha komplett. 🫠 Steig ein in das Thema, warum die Zahlen zur Jugendarbeitslosigkeit etwas anderes sagen, wir vielmehr auf die nachfolgenden Generationen angewiesen sind und wie es um den Arbeitsmarkt der (Social) Media-Branche steht.
Jugendarbeitslosigkeit in Deutschland – (k)ein Problem?
Gen Z und Gen Alpha haben keinen Bock auf Arbeit? Wir machen den Fact-Check und schauen uns die Jugendarbeitslosigkeit in Deutschland an. 🕵🏽♀️
🔎 Jugendarbeitslosigkeit erfasst die Altersgruppe zwischen 15–24 Jahren. Wichtig: Studium und Ausbildung zählen in den meisten Fällen als Vollzeitbeschäftigung.
⏰ Jugendarbeitslosigkeit hält oft nur kurz an, da sie insbesondere in Übergangssituationen entsteht – keinen Ausbildungsplatz nach dem Abschluss, keinen Job nach der Ausbildung oder befristete Angebote.
❌ 25% der Studierenden in Deutschland brechen ihr Bachelorstudium ab, davon befinden sich 35% an Universitäten und 25% an Fachhochschulen.
📉 Dennoch: Nirgendwo in der EU ist die Jugendarbeitslosenquote so gering wie in Deutschland. 2022 betrug sie gerade einmal 6%. In Spanien liegt die Zahl bei 29,8 %, in Griechenland sogar bei 31,4 %.
🔮 Die Auswirkung: Ein zunehmender Fachkräftemangel, der aus Arbeitgeber:innen Bewerber:innen macht – immer wichtiger: ein überzeugender Unternehmensauftritt.
🧳 Gründe für die so niedrige Quote erkennen Expert:innen im dualen Ausbildungssystem – über 300 duale Ausbildungsberufe verringern den Gap zwischen Ausbildung sowie Arbeitsmarktanforderungen.
🏫 Die PISA-Studie der OECD belegt trotzdem, dass Jugendliche in Deutschland ein geringeres Problemlösevermögen aufweisen. Das Bildungssystem bereite nicht ausreichend auf den Übergang ins Arbeitsleben vor.
What about (Social) Media, Gen Z & Gen Alpha?
Warum Jobs in der begehrten (Social) Media-Branche unbesetzt bleiben und wie wir die Gen Z sowie Gen Alpha besser in den Arbeitsmarkt integrieren! 🫱🏽🫲🏾
📺 Auch in der Medienbranche stellt sich ein Fachkräftemangel ein – insb. mit Blick auf Management-Positionen im Bereich Audio, Radio, Marketing, PR, Werbung und Extended Reality.
👀 Eine Studie der Initiative „Start Into Media“ der Bayerischen Staatskanzlei belegt: 5,5% der offenen Stellen bleiben in der bayerischen Medienbranche unbesetzt. Durchschnittlich dauert die Bewerber:innensuche 4,6 Monate.
🫠 Der Struggle: Viele (Social) Media-Expert:innen eignen sich ihr Wissen Learning by doing an – jedoch fehlt der notwendige Abschluss aka das Einstellungskriterium von traditionellen Unternehmen.
👩🏼💻 Der Arbeitsmarkt muss langfristig auf die Gen Z & Gen Alpha setzen, Sichtbarkeit für Ideen von jungen Menschen schaffen, wie bspw. durch ein Shadow-Board – ein Gremium an jungen Mitarbeiter:innen im Vorstand.
🗣️ Social Media führt zur Demokratisierung der Meinung der Gen Z & Alpha – um einen ehrlichen Firmenauftritt auf unseren Lieblingsplattformen kommt man im Employer Branding nicht mehr vorbei.
🏝️ Yes, die Gen Z & Alpha schätzen Flexibilität – wichtiger sind aber pers. Sichtbarkeit und Kommunikation auf Augenhöhe. Weniger Purpose, mehr ehrliche Zielsetzung der Firmen – von innen nach außen. „Welche Position möchtest du besetzen?“ wird zu: „Welche Talente möchtest du einstellen?“
👆🏼 Reminder: Für Veränderung in Companies ist es nie zu spät, möglicherweise lohnt es sich, kurz- und mittelfristig externe Expertise mit ins Boot zu holen!

Quellen: bpb, DZHW, iwd / Eurostat / Bundesagentur für Arbeit, Randstad New Work Trendreport, Rheinische Post, Statista, taz, Medien Insider, srh, Randstad / Interview mit Charles Bahr, Randstad New Work Trendreport (28.11.23).